Auch an unserem Standort Ilgenhalde für Kinder und Jugendliche ist die Unterstützte Kommunikation (UK) ein wichtiger Teil des Alltags. Wir begleiten alle Schülerinnen und Schüler so, dass sie sich gemäss ihren Möglichkeiten bestmöglich entwickeln können auch in ihrer Kommunikation.

Wie starten wir?
Wenn ein Kind neu in die Ilgenhalde kommt, besucht es zuerst unsere Logopädie. Dort klären wir sorgfältig ab, wo es in seiner sprachlichen Entwicklung steht.

Jedes Kind erhält zudem eine Mentorin oder einen Mentor. Diese Fachpersonen begleiten es während der Schulzeit im Bereich Unterstützte Kommunikation. So stellen wir sicher, dass jedes Kind individuell gefördert wird.

Wie begleiten wir konkret?
Ähnlich wie im Erwachsenenbereich setzen wir verschiedene Hilfsmittel ein. Welche das sind, hängt vom Entwicklungsstand des Kindes oder Jugendlichen ab.

Das können technische Geräte sein, zum Beispiel Tablets mit sogenannten Talker-Programmen. Es können aber auch Ordner mit Piktogrammen oder Gebärden sein. Bei Kindern, die noch sehr wenig kommunizieren können, beginnt alles mit genauem Beobachten. Wir achten auf Mimik, Körperhaltung oder Atmung. So lernen wir zu verstehen, was das Kind ausdrücken möchte.

Manchmal sind es kleine Momente, die Grosses bewirken. Ein Schüler lernte, auf seinem Gerät den Knopf mit dem Symbol «Apfel» zu drücken. Als er zum ersten Mal selbständig den Knopf betätigte und kurz darauf einen Apfel erhielt, leuchteten seine Augen. In diesem Moment wurde für ihn spürbar: Ich kann etwas bewirken.

Von da an machte es Klick. Er begann, weitere Symbole auszuprobieren und nutzte sein Gerät immer sicherer. Solche Schritte zeigen, wie wichtig es ist, dranzubleiben und Entwicklung zu ermöglichen.

Orientierung im Alltag
Für Kinder und Jugendliche ist Orientierung besonders wichtig. Darum arbeiten wir standortübergreifend mit denselben Symbolen. Räume sind mit Zeichen gekennzeichnet. Abläufe werden visuell unterstützt. So können die Schülerinnen und Schüler Verbindungen herstellen und sich im Alltag besser zurechtfinden.

Wie fördern wir Entwicklung gezielt?
Derzeit erstellen wir für jede Schülerin und jeden Schüler ein sogenanntes «Ich-Buch». Darin halten die Bezugspersonen fest:

• Welche Interessen hat das Kind? Was mag es nicht?

• Wie kommuniziert es?

• Welche Fortschritte zeigt es?

So können wir die Entwicklung nachvollziehen und gezielt dort ansetzen, wo das Kind gerade steht.


Seit Neuestem hängen im Eingangsbereich der Schule Pläne mit Piktogrammen der Schulräumlichkeiten.


Auch unsere Mitarbeitenden bilden sich laufend weiter. Die Fachstelle UK schult neue Mitarbeitende und bringt mit Kreativität und spielerischen Ideen immer wieder neue Impulse in den Alltag ein. Denn Kommunikation ist kein einzelnes Projekt. Sie ist Teil unseres täglichen Miteinanders.

Gemeinsam mehr ermöglichen
Unterstützte Kommunikation eröffnet Kindern und Jugendlichen Wege, sich mitzuteilen und
verstanden zu werden. Manche Schritte sind klein. Manche dauern länger. Doch jeder
Fortschritt ist bedeutsam.

Wir sind überzeugt: Wenn ein Kind erlebt, dass seine Botschaft ankommt, wächst nicht nur seine Sprache, sondern auch sein Selbstvertrauen.