Älter werden und gut begleitet sein
Auch Menschen, die viel Unterstützung brauchen, werden älter. Viele leben seit Jahren bei uns. Was können wir als Ilgenmoos und Ilgenpark tun, damit sich unsere Klientinnen und Klienten in jeder Lebensphase gut begleitet fühlen?
Wer kennt das nicht? Je nach Lebensphase haben Menschen unterschiedliche Bedürfnisse. Für uns als Wohnheim und Tagesstruktur heisst das: Wir passen unsere Begleitung an ihre Bedürfnisse an.
Vertraute Menschen und Abläufe geben Sicherheit
Im Alter braucht eine Person vielleicht mehr Ruhe und Zeit. Sie bewegt sich langsamer. Sie schläft mehr. Oder sie möchte nicht mehr an allen Angeboten teilnehmen. Auch Interessen können sich ändern. Trotzdem bleiben Nähe, schöne Erlebnisse und eigene Entscheidungen wichtig. Wir achten darauf, diese Bedürfnisse im Alltag zu berücksichtigen.
Genaues Hinschauen hilft uns, Veränderungen zu erkennen
Manche Menschen können nicht mit Worten sagen, wenn sie Beschwerden haben. Darum beobachten wir Verhalten genau. Isst oder schläft jemand anders als früher? Wirkt eine Person müde oder unruhig? Zieht sie sich zurück oder reagiert sie stärker auf Lärm und Berührungen?
Die Mitarbeitenden tauschen ihre Beobachtungen regelmässig aus. Auch Angehörige helfen uns dabei. Sie kennen die Lebensgeschichte und die Gewohnheiten eines Menschen besonders gut. Gemeinsam können wir Veränderungen besser verstehen. Auch Schmerzen, Medikamente, schlechtes Sehen oder Hören können das Verhalten verändern. Deshalb sprechen wir, wenn nötig, mit Ärztinnen, Ärzten und weiteren Fachleuten.

Abläufe passen sich dem Alter an
Wir erwarten nicht, dass die gleichen Abläufe für unsere Klientinnen und Klienten in jedem Alter passen. Wir verändern den Alltag nach ihren Bedürfnissen. Wir planen mehr Pausen ein, geben mehr Zeit und gestalten Angebote ruhiger. Manchmal braucht ein Mensch ein Hilfsmittel, mehr Pflege oder einen anders eingerichteten Raum. Die Selbstbestimmung bleibt dabei sehr wichtig. Sie zeigt sich auch in kleinen Entscheidungen: Wann möchte jemand aufstehen? Welche Kleidung möchte die Person tragen? Möchte sie an einem Angebot teilnehmen oder lieber ihre Ruhe haben? Nicht alle Menschen können ihre Wünsche mit Worten ausdrücken. Manche zeigen sie durch Blicke, Bewegungen, Laute oder ihre Körperhaltung. Wir achten auf diese Zeichen und nehmen sie ernst.

Austausch und Planung helfen bei Entscheidungen
Manche ältere Menschen entwickeln eine Demenz. Dadurch können sie zum Beispiel vergesslicher werden oder die Orientierung verlieren. Bei Menschen, die viel Unterstützung brauchen, erkennen wir eine Demenz oft nur schwer. Deshalb vergleichen wir das heutige Verhalten mit früheren Fähigkeiten und Gewohnheiten. Feste Abläufe, vertraute Personen und eine ruhige Umgebung geben Sicherheit. Auch die Planung für die Zukunft gehört zu einer guten Begleitung. Wir sprechen frühzeitig mit der betroffenen Person, den Angehörigen und der rechtlichen Vertretung. Gemeinsam klären wir, welche Hilfe und medizinische Behandlung die Person wünscht. So können wir später Entscheidungen treffen, die zu den Wünschen der Person passen. Angehörige dürfen von uns erwarten, dass wir aufmerksam hinschauen und offen informieren. Wir beziehen sie in wichtige Gespräche ein und nehmen ihre Erfahrungen ernst.
Wir können altersbedingte Veränderungen nicht verhindern. Wir können aber unsere Begleitung anpassen. Dazu schulen wir unsere Mitarbeitenden. Wir verändern unsere Angebote und Räume. Der Mensch bleibt für uns im Mittelpunkt. Unser Ziel: Unseren Klientinnen und Klienten im Alter Sicherheit, Selbstbestimmung und schöne Momente zu ermöglichen.
