Im Ilgenmoos gab es 2024 einen Wechsel in der Leitungsstruktur. Bisher von zwei Leitungspersonen geführt – eine für die Tagesstruktur und eine für den Wohnbereich – gibt es nun eine Gesamtleiterin für den Standort. Nicole Götschi hat diese Aufgabe im August übernommen, mit viel Sachverstand und Leidenschaft. Zusammen mit dem engagierten Team arbeitet sie an grossen Themen wie der Einführung des neuen Begleitkonzepts und des Konzepts der Entwicklungsbegleitung.

«Ich habe sofort erleben dürfen, dass ich an einem Ort gelandet bin, an dem die Mitarbeitenden mit Herzblut und Engagement am Werk sind. Die Klientinnen und Klienten stehen im Mittelpunkt», so Nicole Götschi über ihre ersten Monate im Ilgenmoos. Der Wechsel in der Führung des Standorts war eine Umstellung für alle Beteiligten. «Ich habe die Unsicherheit zu Beginn gespürt, doch mir wurde sehr schnell Vertrauen entgegengebracht», ergänzt Nicole.

Eine ihrer ersten grossen Aufgaben war es, die beiden Bereiche «Wohnen» und «Tagesstruktur» näher zusammenzubringen. Durch die neue Struktur mit einer gemeinsamen Leitung waren die Voraussetzungen dafür gut. Insbesondere im Bereich der Kommunikation gab es Lücken, die jetzt nach und nach behoben werden. So gibt es nun eine Leitungssitzung, an der alle Führungspersonen gemeinsam teilnehmen, sodass die Bereiche direkt miteinander in Kontakt sind. Dieses Zusammenwachsen im Sinne der Klientinnen und Klienten soll in Zukunft weiter verstärkt werden.

Inhaltlich bietet sich dafür die Einführung des neuen Begleitkonzepts an. Dieses wurde 2024 mit der fachlichen Expertise von Andrea Rüedi, der Leitung Qualitätsmanagement, für die beiden Erwachsenenstandorte der Stiftung entwickelt. Ein grosser Meilenstein, der dafür sorgt, dass die UNBRK in der täglichen Arbeit zum Leben erweckt wird. Das Konzept beschreibt, nach welchen Kriterien und mit welcher Haltung die Begleitung der Klientinnen und Klienten in Zukunft gestaltet wird. Die Stärkung der Selbstbestimmung ist dabei ein zentraler Fokus.

«Mir ist es dabei ganz wichtig zu betonen: Vieles, was besteht, ist von grossem Wert. Es geht nicht darum, Altes schlechtzumachen. Vielmehr möchten wir uns gemeinsam mit allen auf den Weg machen, um die Begleitung so zu gestalten, dass sie den heutigen Erkenntnissen für eine optimale Entwicklung unserer Klientel entspricht», erklärt Nicole. «Mir ist bewusst, dass es eine grosse Aufgabe ist. Viele Eltern und Angehörige sind es beispielsweise bisher gewöhnt, für ihre erwachsenen Kinder zu entscheiden. Sie zu schützen, hat sie ihr ganzes Leben lang begleitet. Jetzt kommen wir und geben der Selbstbestimmung einen höheren Stellenwert. Das braucht eine gute Begleitung und viel Vermittlungsarbeit. Ich sehe das als Teil meiner Aufgabe und freue mich darauf.»

Neben diesen grundsätzlichen Aufgaben sind es auch leise, wenig sichtbare Themen, die das Ilgenmoos im Jahr 2024 beschäftigt haben. Zwei Klientinnen sind verstorben und durften dabei in ihrer vertrauten Umgebung im Ilgenmoos ihre letzte Reise antreten. Dank der externen Unterstützung von PalliativCare Wetzikon und dem ausserordentlichen Einsatz der Mitarbeitenden wurde dies möglich. In Zukunft soll es Standard werden, dass die Bewohnerinnen und Bewohner nicht nur ihr Leben im Ilgenmoos verbringen, sondern auch hier sterben dürfen. Für alle Teams war es ein wärmendes Erlebnis, bis zum Schluss für ihre Klientinnen da sein zu dürfen. Dabei sind Rituale wie eine gemeinsame Abdankungsfeier wichtige Faktoren, um die Mitarbeitenden gut zu begleiten.

Eine weitere Neuerung soll dazu beitragen, die gemeinsame Arbeit zu stärken: Die beiden Erwachsenenstandorte Ilgenpark und Ilgenmoos pflegen in Zukunft einen engeren Austausch zu fachlichen Themen. Den Startschuss gab 2024 ein gemeinsamer Kadernachmittag, der bei allen Beteiligten grossen Anklang fand. Im Jahr 2025 werden weitere Anlässe folgen.

Wir freuen uns sehr darauf die nächsten Schritte zu gehen und mit vereinten Kräften eine zeitgemässe Begleitung im Sinne unserer Klientinnen und Klienten zu gestalten.