Ilgenmoos: Im Zeichen der Festigung & Weiterentwicklung
Nicole Götschi, Standortleiterin des Ilgenmoos, blickt auf ein Jahr zurück, in dem sie in ihrer neuen Rolle angekommen ist, die sie seit August 2024 innehat. Im Jahr 2025 ging der bisherige Bereichsleiter Wohnen in Pension. Seither führt Nicole Götschi die Bereiche Wohnen und Tagesstruktur gemeinsam. Es war ein Jahr, in dem das Ilgenmoos durch die neue Führungsstruktur näher zusammengewachsen ist und in dem auch die Zusammenarbeit mit dem zweiten Erwachsenenstandort, dem Ilgenpark, weiter vertieft werden konnte.
«Ein Jahr im Zeichen der Festigung», so beschreibt die Standortleitung das Jahr 2025. Nach dem Einstieg im Vorjahr war es erstmals ein Jahr, in dem die Jahresplanung eigenständig umgesetzt wurde. Dabei galt es, verschiedenen Herausforderungen zu begegnen. Eine davon war das Einhalten des engen Budget rahmens. Hier waren kreative Lösungen gefragt, um mit den vorhandenen Mitteln das Bestmögliche umzusetzen. Als wertvolle Ressource erwiesen sich dabei die eingespielten Teams des Standorts, die auf hohem fachlichen Niveau arbeiten. Der Mensch und seine individuellen Möglichkeiten stehen für die Mitarbeitenden im Mittelpunkt, auch wenn dies im Alltag immer wieder neue Lösungswege
erfordert. Unterstützend wirkten zudem die klar definierten Prozesse des Qualitätsmanagements, die Orientierung geben und Sicherheit im täglichen Arbeiten schaffen.

Ein weiteres zentrales Thema im Jahr 2025 war die Umsetzung des neuen Begleitkonzepts gemäss UN-Behindertenrechtskonvention. Die konzeptionellen Grundlagen sind vorhanden, nun gilt es, diese konsequent in die Praxis zu übertragen. Herausfordernd ist dabei, dass sowohl der Bereich Wohnen als auch die Tagesstruktur das Konzept im gleichen Umfang umsetzen sollen. In der Praxis ist dies anspruchsvoll, da Mitarbeitende der unterschiedlichen Bereiche zu verschiedenen Tageszeiten im Einsatz sind. Um das Zusammenwachsen der Teams zu fördern, wurden neue Sitzungsgefässe geschaffen, die den bereichsübergreifenden Austausch ermöglichen. Einen besonders grossen Schritt machte das Ilgenmoos 2025 im konsequenten Einsatz Unterstützter Kommunikation (UK). Beispiele dafür sind individualisierte Personenzeichen, die alle Mitarbeitenden tragen, sowie die Kennzeichnung sämtlicher Räume mit Metacom-Symbolen.
Zur Umsetzung der neuen Begleithaltung gehört auch, die Angehörigen angemessen
mitzunehmen. Die gestärkte Selbstbestimmung der Klientinnen und Klienten ist für Angehörige nicht immer leicht nachvollziehbar, insbesondere für Eltern, die sich ein Leben lang um ihre Kinder gekümmert haben, auch wenn diese inzwischen erwachsen sind. Hier braucht es viel Vermittlungsarbeit, Geduld und ein offenes Ohr für Sorgen und Fragen.

Es sind die kleinen und grossen Entwicklungsschritte der Klientinnen und Klienten, die die Teams immer wieder darin bestätigen, dass sie mit ihrer Arbeit genau richtig liegen. Neueintritte, bei denen sich Menschen nach wenigen Wochen zuhause fühlen, Lernfortschritte einer Klientin, die früher rasch aggressiv reagierte und heute Wege gefunden hat, sich mitzuteilen, oder leuchtende Augen beim Besuch des Samichlaus. All diese Momente machen die Wirkung der täglichen Arbeit sichtbar.
Ende 2025 wurde bereits der Startschuss für die Weiterentwicklung im kommenden Jahr gesetzt. Gemeinsam mit dem Standort Ilgenpark wird die Tagesstruktur unter externer Fachbegleitung neu konzipiert. Unter dem Motto «das Recht auf Arbeit neu denken» werden zeitgemässe Ansätze entwickelt, wie die Beschäftigung der Klientinnen und Klienten künftig gestaltet werden kann. Nicole Götschi blickt mit Respekt und Zuversicht in die Zukunft:
«Ich wünsche mir Stabilität und die Möglichkeit, mit Ruhe an den nächsten Schritten zu arbeiten. Und ich freue mich auf die anstehenden Aufgaben.»
