Wann ist ein Kind bereit für den nächsten Schritt? Wann kann ein Jugendlicher mehr selbst übernehmen? Entwicklung verläuft nicht bei allen Menschen gleich. Wie begleiten wir unsere Kinder und Jugendlichen auf ihrem Weg ins Erwachsenenleben am Standort Ilgenhalde?

Entwicklung braucht Zeit und passende Unterstützung

Wer älter wird, macht viele Veränderungen durch. Der Körper wächst und die Pubertät beginnt. Auch die Erwartungen im Alltag werden grösser. Für Kinder und Jugendliche mit Behinderung können diese Veränderungen zusätzliche Herausforderungen bringen. Manche Lernprozesse brauchen mehr Zeit. Durch das Wachstum können Bewegungen schwieriger werden. Auch Stress und Überforderung können zunehmen.

Wir begleiten die Kinder und Jugendlichen in ihrer ganzen Entwicklung. Es geht um Lernen, Bewegung und Gefühle. Auch Fähigkeiten für den Alltag sind wichtig. Wir unterstützen die Kinder und Jugendlichen dabei, ihre Stärken zu entdecken. Schritt für Schritt können sie mehr selbst machen und entscheiden.

Selbstständig werden heisst: Dinge selbst ausprobieren

Im Alltag gibt es viele Möglichkeiten, Selbstständigkeit zu üben. Ein Kind lernt vielleicht, sich selbst anzuziehen. Oder es übernimmt beim Essen mehr Aufgaben. Ein Jugendlicher übt, sich mit einem Hilfsmittel fortzubewegen. Er lernt vielleicht auch, seine Freizeit selbst zu gestalten.

Dabei geht es nicht darum, alles alleine zu können. Manche Menschen brauchen dauerhaft Unterstützung. Wichtig ist, dass sie möglichst viel selbst entscheiden können. Wir passen die Aufgaben an die Fähigkeiten der Person an. Wir geben Anleitung. Wir schaffen Struktur. Gleichzeitig lassen wir Raum zum Ausprobieren. So können Kinder und Jugendliche erleben: Ich kann etwas selbst. Ich kann etwas bewirken.

Die eigene Identität entwickelt sich

Älter werden bedeutet auch, sich selbst besser kennenzulernen. Jugendliche fragen sich: Wer bin ich? Was kann ich? Was möchte ich? Und wie ist es, mit meiner Behinderung zu leben?

Für Jugendliche mit Behinderung können solche Fragen besonders schwierig sein. Sie erleben vielleicht, dass andere Menschen sie anders behandeln. Manche Dinge sind für sie schwieriger als für andere Jugendliche. Vertraute Menschen und erreichbare Ziele helfen dabei, Vertrauen in sich selbst aufzubauen. Wir unterstützen Jugendliche dabei, ihre Stärken zu erkennen. Sie lernen auch, ihre Grenzen und ihre Wünsche auszudrücken. Dazu gehört auch der Umgang mit Nähe und Distanz.

Gut vorbereitet ins Erwachsenenleben

Der Übergang ins Erwachsenenleben bringt viele Veränderungen. Die Schule endet. Neue Arbeitsmöglichkeiten entstehen. Auch beim Wohnen können sich neue Wege eröffnen. Gleichzeitig stellen sich Fragen zu rechtlichen Themen, Gesundheit und Selbstbestimmung.

Wir bereiten Kinder und Jugendliche nicht auf eine bestimmte «Erwachsenenwelt» vor. Wir suchen gemeinsam nach einem passenden Weg für die einzelne Person. Welche Unterstützung braucht sie? Was kann sie selbst übernehmen? Welche Wohn- und Arbeitsform passt zu ihren Fähigkeiten und Wünschen?

Auch die körperliche Entwicklung ist wichtig. Wir achten auf Beweglichkeit, Schmerzen und den richtigen Einsatz von Hilfsmitteln. Gerade während des Wachstums können sich körperliche Einschränkungen verändern. Deshalb planen wir frühzeitig. Wir fragen uns auch: Welche Unterstützung wird in einigen Jahren nötig sein?

Der Weg ins Erwachsenenleben beginnt nicht erst mit dem letzten Schultag. Wir begleiten ihn Schritt für Schritt. Unser Ziel: Kinder und Jugendliche sollen ihre Fähigkeiten entwickeln und eigene Entscheidungen treffen können. Sie sollen ihren Platz im Leben finden – mit so viel Selbstständigkeit wie möglich und mit der Unterstützung, die sie brauchen.

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